Dysplasie-Sprechstunde

Was ist eine Dysplasie?

  • Dysplasien sind Gewebeveränderungen, die nicht bösartig sind, aber - je nach Grad der Veränderung - unterschiedliche Risiken für eine Entartung aufweisen.
  • Am Muttermund werden Dyplasien als „cervikale, intraeptheliele Neoplasien“ (CIN) bezeichnet.
  • Diese werden in drei Grade eingeteilt CIN I, CIN II, CIN III.
    • CIN I, CIN II:
      Leichte Dysplasien und mäßige Dysplasien heilen oft von selbst wieder ab. Allerdings bedarf es regelmäßiger Kontrollen.
    • CIN III:
      Eine schwere Veränderung wird immer entfernt, da sie in der Regel nicht von selbst abheilt, andererseits aber ein großes Risiko besteht, dass der Befund bösartig wird.

Was ist PAP-Zytologie?

  • Jede Frau ab 20 Jahren hat in Deutschland Anspruch auf eine jährliche gynäkologische Krebsfrüh­erkennungs­untersuchung.
  • Dazu gehört neben anderen Unter­suchungen der sogenannte PAP-Test.
  • Dabei werden Zellen von der Schleim­haut des Muttermundes und des Gebär­mutter­halses mit einem Watte­stäbchen oder einer kleinen Bürste "abgestrichen" (deshalb auch "Zellabstrich­untersuchung") und mikroskopisch untersucht.
  • Die Beurteilung der Zellen (zytologische Untersuchung) gibt Auskunft darüber, ob und wie stark die Zellen krankhaft verändert sind.
  • Je nach Grad der Zell­veränderung wird eine Einstufung vorgenommen (PAP I bis PAP V).
    • Pap I bedeutet normale gesunde Zellen, während bei einem Pap V bereits Zellen eines bösartigen Tumors nachweisbar sind.
      Der Pap-Test ist schmerzlos, unkompliziert – und sehr effektiv.
  • Rund 80 Prozent aller Krebsvorstufen können durch auffällige Zellveränderungen so frühzeitig erkannt werden.

Dysplasie-Sprechstunde

  • Bei Ihnen wurde im Rahmen der Vorsorge­untersuchung ein auffälliger Befund im Abstrich (sog. Pap) erhoben.
  • Ihre Gynäkologin / Ihr Gynäkologe hat vorgeschlagen, diesen im Rahmen unserer Dysplasie-Sprechstunde abklären zu lassen.
  • Mit Lupen­vergrößerung (Kolposkopie) wird der Muttermund betrachtet und eine Gewebe­probe entnommen. Dieses wird üblicherweise gut toleriert, da der Muttermund ausgesprochen unempfindlich ist.
  • Neben der Aussage aus der Lupen­vergrößerung erhalten sie so nach wenigen Tagen auch das Ergebnis der mikroskopischen (histologischen) Untersuchung der Gewebeprobe
  • Wichtig für Sie: es handelt sich i.d.R. um Vorstufen und nicht um eine bösartige Veränderung des Muttermundes.
    • Falls die veränderten Gewebefelder später bei einem kleinen operativen Eingriff entfernt werden müssen, gelten sie als geheilt.
    • Auch bedürfen nicht alle auffälligen Abstriche einer operativen Behandlung

Die Dysplasie-Sprechstunde hat das Ziel, eine Operation wenn möglich zu verhindern.

Wie wird eine Dysplasie operiert?

  • Heutzutage identifiziert der Operateur exakt die betroffenen Schleim­haut­areale und entfernt so wenig Gewebe wie nötig.
  • Die Entfernung kann mit einer elektrischen Schlinge oder einem Laser erfolgen.

Warum habe ich eine Dysplasie?

  • Grundvoraussetzung für die Ent­wicklung einer Dysplasie (CIN) ist ein HPV (Virus)-Infekt Jahre zuvor.
  • Allerdings durchlaufen alle sexuell aktiven Menschen - auch die Männer - HPV-Infektionen.

Kann eine Dysplasie Ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Kinder zu bekommen?

  • Weder die Dysplasie noch deren Behandlung beein­trächtigen Ihre Fähigkeit, schwanger zu werden.